Auf den Spuren der Renaissance

Am 03. Mai 2018 begaben sich die Teilnehmenden und Projektmitarbeitende des Projektes bei schönstem Frühsommerwetter auf die Spuren der Renaissance in Halle. Vorbereitet wurde diese Exkursion durch einen Teilnehmenden des Projektes, der auch die Führung übernahm. Vom Hallmarkt aus liefen wir zunächst zum Johanneshospital im Moritzkirchhof. Das alte, aber leider leer stehende Gebäude diente nach seiner Erbauung in erster Linie der Unterbringung von Obdachlosen und weist viele der typischen Merkmale der Stilepoche auf. Hier kann man zudem durch den direkten Vergleich mit der Moritzkirche auch gut die Unterschiede zwischen Gotik und Renaissance erkennen.

Weiter führte uns der Weg über die  Klausbrücke zum Domplatz, wo gleich mehrere Gebäude ihr heutiges Aussehen in der Renaissance erhielten. Die Neue Residenz, die Allerheiligenkapelle und die Neue Kanzlei entstanden in der Zeit Kardinal Albrechts (1490 – 1545) an der Südseite des Platzes. Zudem wurde der Dom mit einer neuen Dachgestalt versehen, die als erste Renaissance- Giebel nördlich der Alpen gelten.

Ebenfalls verfallen wirkt die Neumühle, doch soll dieses industriegeschichtliche Denkmal mit seinen berühmten Hochwassermarken gerettet werden. Die anschließend besuchte Moritzburg gehört zwar noch in die Spätgotik, doch sind im Hof Portale sowie ein Grabstein aus dem 16. Jahrhundertaufbewahrt.

In fast jeder Straße der Altstadt befindet sich ein Gebäude der Renaissance, so dass eine Besichtigung aller Gebäude zeitlich sehr umfangreich wäre. Unser Weg führte uns durch die Große Ulrichstraße, vorbei am Marktschlösschen, zur Gutjahrschule bevor in die Marktkirche gingen. Ein spätgotisches Bauwerk, das seine heutige Gestalt in der Übergangsphase vom Mittelalter zur frühen Neuzeit erhielt. Dort lauschten wir einem Orgelkonzert, welches die Musik verschiedener Epochen verband. Nach einer kurzen Pause sahen wir in der Rathausstraße ein weiteres Kleinod der Renaissance, das zeitweise als Stift für adelige Jungfrauen diente. Benannt ist es nach dessen Gründer und seine Fassade weist besonders viele typische Elemente von Renaissancebauten auf. In der Nachbarschaft stehen Gebäude der Neorenaissance wie z.B. das Sparkassengebäude oder das Landgericht.

Den Abschluss unserer geschichtlichen Zeitreise bildete das hallesche Renaissance- Highlight schlechthin – der Stadtgottesacker, der in seiner Art (Campo Santo) als einzigartig nördlich der Alpen gilt. Als Nachfolger der Martinskapelle entstand hier im 16. Jahrhundert eine Vierseitanlage mit insgesamt 94 Gruftbögen, in denen viele bekannte hallesche Persönlichkeiten wie Christian Thomasius oder August Hermann Francke ihre letzte Ruhe fanden. Verziert mit Ornamentik und Bibelzitaten bilden die Bögen den Anschein eines Arkadenganges, wie man ihn in der Moritzburg noch erleben und in der Neuen Residenz noch erahnen kann.

Wir bedanken uns bei unserem Teilnehmer, der uns durch sein Engagement diese tolle Reise in die Renaissancezeit ermöglicht hat.