Rundgang durch die Franckeschen Stiftungen am 02.03.2017

Nachdem wir festgestellt hatten, dass unsere Teilnehmer aus dem nördlichen Saalkreis gar nicht so richtig wussten, was die Franckeschen Stiftungen eigentlich sind, was sich hinter diesem Begriff verbirgt, beschlossen wir, gemeinsam zu einer Führung durch die Schulstadt August Hermann Franckes aufzubrechen und Interessantes aus seinem Leben und Wirken zu ergründen.

Eine junge Frau empfing uns am 02.03.2017 am Eingang zum Haupthaus und unser Rundgang begann. Im ersten Ausstellungsraum sahen wir Schuluniformen, Fotos aus verschiedenen Jahrzehnten, alte Schriftstücke, Münzen, mit denen Francke die ersten Baumaßnahmen bezahlt hatte u.v.m.

Unsere Gästeführerin kannte viele Anekdoten rund um die Schulstadt und wir wurden in den Bann des Hauses und seiner Geschichte gezogen. Gemeinsam stiegen wir auf den Altan und hatten Glück: bei strahlend blauem Himmel und klarer Luft zeigten sich die Franckeschen Stiftungen und die Stadt Halle in bestem Licht. Wir bekamen einen Eindruck von den Ausmaßen der Schulstadt und den damaligen und heutigen Funktionen von Gebäuden, Wegen und Gärten.

Die Schulstadt war ein vor den Toren der Stadt gelegenes, für sich abgeschlossenes Gebäude-ensemble, in dem die hier lebenden (Waisen-)Kinder und das Personal weitestgehend autark lebten und arbeiteten.  Das hatte einerseits den Vorteil, dass das Bauland vor der Stadtgrenze Halles preiswerter war und andererseits grenzte Francke „seine“ Kinder damit bewusst vom Leben in der Stadt ab, um sie vor „Versuchungen“ zu schützen und seine Pädagogik umzusetzen.

Der anschließende Besuch der sogenannten Wunderkammer, dem bis heute sehr gut erhaltenen Naturalienkabinett -  ein früher Vorläufer eines Museums - faszinierte ebenso wie die Schulstadt.

Diese  Kunst- und Naturalienkammer diente Francke zunächst als Lehrsammlung/als Pädagogium der Anstalt, um den Unterricht praktischer und anschaulicher zu gestalten. Privatleute und Missionare brachten die Exponate aus allen Teilen der Welt und lockten mit ihren Fundstücken viele interessierte Menschen an.  Die Sammlung wuchs ständig und wurde und wird bis heute in eigens dafür angefertigten Schränken aufbewahrt und gezeigt.  Seit 1995 ist die Kunst- und Naturalienkammer als öffentliches Museum wiedereröffnet. (Wikipedia)

Im Anschluss an unseren Rundgang durch die Wunderkammer besuchten wir noch die alte Bibliothek des Waisenhauses und konnten die hier aufbewahrten prachtvollen Drucke und Zeugnisse der Geschichte und Reformation bewundern.

Einsatz, Enthusiasmus und Vision Franckes beeindruckten unsere Teilnehmer sehr und es kam zu einem regen Austausch mit unserer Gästeführerin, die alle Fragen beantworten konnte. 

Abschließend erkundeten wir zu Fuß die Schulstadt, die heute für Lehre und Wissenschaft, für Geschichte, Bildung und Soziales sowie für  Kultur und Tourismus genutzt wird. Sie beherbergt u.a. Schulen, Fakultäten der Martin-Luther-Universität, Kitas, ein großes Gewächshaus mit Pflanzgarten, Bibliotheken, Sportanlagen, den Sitz der Kulturstiftung des Bundes, ein Spielehaus u.v.m. und entspricht damit heute in besonderer Weise den nachhaltigen Reformgedanken Franckes.

Unsere Teilnehmer erstellten in Auswertung dieses Exkursionstages eine Schautafel, die wir in unserem Klassenraum präsentieren.