Das Jahr neigt sich dem Ende zu, und die AE Saalekreis kann auf eine eindrucksvolle Bilanz zurückblicken. Mit einer Vermittlungsquote von rund 35 Prozent übertraf das Projekt seine eigenen Erwartungen deutlich. Besonders bemerkenswert: Die Mehrheit der erfolgreich vermittelten Teilnehmenden lebt erst seit rund drei Jahren in Deutschland und bringt einen Migrationshintergrund mit. Trotz Sprachbarrieren, ungeklärter beruflicher Anerkennungen und oft grundlegend neuer beruflicher Wege ist es gelungen, vielen von ihnen den Einstieg in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu ermöglichen.
Zwischen Beratung, Orientierung und Integration
Doch die Vermittlung ist nur ein Teil dessen, was die Projektarbeit ausmacht. Die sozialpädagogische Begleitung bildet das Herzstück des Angebots. Die Teilnehmenden erhalten hier nicht nur Unterstützung bei persönlichen und beruflichen Fragestellungen, sondern profitieren auch von einem breit aufgestellten Netzwerk regionaler Partner. Diese enge Zusammenarbeit eröffnet neue Möglichkeiten – sei es bei Praktika, Qualifikationen oder der direkten Kontaktaufnahme zu Arbeitgebern.
Ein wichtiges Anliegen des Projekts ist es außerdem, den Teilnehmenden ihre neue Heimat näherzubringen. Das gelingt durch eine Verknüpfung kultureller Erlebnisse mit beruflicher Orientierung. Exkursionen zu regional bedeutenden Orten wie dem Hallorenmuseum, den Franckeschen Stiftungen, dem Salinemuseum oder dem „Gläsernen Globus“ vermitteln nicht nur Wissen, sondern schaffen Berührungspunkte zum lokalen Arbeitsmarkt. So konnte beispielsweise im Rahmen eines solchen Ausflugs ein Praktikumsplatz mit anschließender Beschäftigungsperspektive im Handel gewonnen werden.
Kreativität als Zugang zu Kompetenzen
Um individuelle Stärken sichtbar zu machen, setzt das Projekt auf praxisnahe und kreative Methoden. Jahreszeitliche Bastel- und Holzarbeiten, gemeinsame Gartenpflege oder kleine Gruppenprojekte helfen dabei, handwerkliche Fähigkeiten, Teamfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein zu erkennen und weiterzuentwickeln. Parallel dazu ermöglichen Jobmessen und regionale Arbeitgeberbörsen wertvolle Erstkontakte zu Unternehmen.
Auch das Gemeinschaftsgefühl kommt nicht zu kurz: Ein monatliches gesundes Frühstück fördert Austausch und Teamgeist. Besonders in der Vorweihnachtszeit schaffen gemeinsame Aktivitäten – wie das Schmücken des Klassenzimmers oder kleine Feiern zu Nikolaus und Weihnachten – eine Atmosphäre, in der kulturelle Vielfalt nicht nur sichtbar, sondern aktiv gelebt wird.
Ausblick auf 2026
Für das Jahr 2026 setzt die AE Saalekreis auf kontinuierliche Weiterentwicklung. Geplant ist eine vertiefte Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen, um noch mehr Praktikums- und Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen. Zudem sollen digitale Kompetenzen der Teilnehmenden stärker gefördert und neue kreative Module zur Potenzialanalyse entwickelt werden.
Auch die kulturelle und soziale Integration wird weiter gestärkt: Mehr Exkursionen, neue thematische Workshops sowie ein Ausbau der Netzwerkkooperationen sind in Vorbereitung. Ziel bleibt es, Teilnehmende umfassend zu unterstützen – von der Orientierung über die Qualifizierung bis hin zum nachhaltigen Einstieg in Arbeit.
Die AE Saalekreis startet damit gut vorbereitet und mit viel Optimismus in das neue Jahr – bereit, auch 2026 neue Perspektiven zu eröffnen und Integration aktiv zu gestalten.